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Jeder Mensch ist der Experte für seine Lebensgeschichte.


Perspektivwechsel bei WIB: Namensänderung eines WIB-Projektes

Integration geflüchteter Menschen (IgM) wird zu WIB.Vielfalt

„Wir leben in einer vielfältigen Gesellscha­ft und genau diesen Aspekt wollten wir mit einem neuen Namen für unser Projekt in den Vordergrund stellen. Und dieser Name sollte Menschen mit Fluchterfahrung und Migrationshintergrund nicht stigmatisieren“, erklärt Frau Hahn, Projektleiterin von WIB.Vielfalt.

Das Projekt, das bislang ‚Integration geflüchteter Menschen‘ hieß und jetzt in WIB.Vielfalt umbenannt wird, verfolgt die interkulturelle Öffnung und besteht seit dem Jahr 2016.
Aus diesem Projekt sind stark nachgefragte WIB-Angebote für diese Zielgruppen entstanden: das berufliche Einzelcoaching InWeA – Individuelle Wege in Arbeit und die Wohnraumberatung. Darüber hinaus kann diese Klientel eine psychosoziale Beratung in der Kontakt- und Beratungsstelle erhalten und im Betreutem Einzelwohnen aufgenommen werden.

Eine Umbenennung nach fünf Jahren erfolgreicher Projektarbeit und vielfältiger externer Vernetzung ist zwar ein gewagter Schritt, die Gründe dafür sind aber auschlaggebend.

Zum einen sollten nicht diskriminierende Bezeichnungen die umstrittenen Begriffe wie ‚Integration‘ und ‚geflüchtet‘ ersetzen.
Das Team beteiligte sich 2020 an der Veranstaltung zur Erneuerung des Partizipations- und Integrationsgesetzes. Dort wurde der Begriff ‚Integration‘ als sehr kritisch beurteilt und soll langfristig aus diesem Gesetz herausgenommen werden. Er ist vor allem durch den entstandenen Beiklang der einseitigen Anpassungsleistung an die aufnehmende Gesellschaft durch die Menschen mit Migrationshintergrund belegt.

Zum anderen ging es darum, nicht nur Menschen zu benennen, die vor kurzem nach Deutschland gekommen sind.
Sowohl im beruflichen Einzelcoaching InWeA und im neuen Projekt der Wohnraumberatung, als auch vereinzelt im Betreuten Einzelwohnen, werden ebenso Menschen mit Migrationshintergrund als Klient*innen aufgenommen. Diese sind aus anderen Gründen als einer Flucht immigriert, schon lange in Deutschland oder hier geboren. Unsere Klientel umfasst also nicht nur die geflüchteten Menschen.
Auch die Beschreibung ‚geflüchtet‘ steht immer wieder in allgemeiner Diskussion und wird nun eher mit ‚mit Fluchthintergrund‘ oder noch besser ‚mit Fluchterfahrung‘ ersetzt.

Der Prozess der Umbenennung wurde gut überlegt und involvierte alle wichtigen WIB-Leitungs- und Intervisionsgremien.
„Wir diskutierten ersetzende Begriffe wie ‚Teilhabe‘, ‚Inklusion‘, und ‚Partizipation‘. WIB.Vielfalt beinhaltet für uns die Bedeutung all dieser Begriffe und geht darüber hinaus: Er motiviert uns, aufeinander zuzugehen und miteinander zu wachsen. Denn Sprache und Begriffe beeinflussen unsere Wahrnehmung und unsere Wahrnehmung wiederum unser Handeln.“ freut sich Frau Hahn.

Text: Fr. Hahn und Fr. Marrocco